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Newsbeitrag

Schlussstrich unter ein Fiasko
06.05.2009
 
Naturfreunde Limpurger Land: Insolvenzverfahren vor dem Ende - Stadt verliert Geld

Die Geschichte der überschuldeten Naturfreunde Limpurger Land endet am Montag. Das Insolvenzverfahren wird geschlossen. Einem Vermögen von 16000 Euro stehen Forderungen von 1,2 Millionen Euro gegenüber.
 
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Inzwischen ist es auf dem Einkorn wieder lauschig und idyllisch. Für die Naturfreunde Limpurger Land endete dagegen die Sanierung der Gebäude (im Hintergrund) katastrophal - der Verein musste Insolvenz anmelden. Foto: Thumi 
"Die letzten Wochen waren sehr strapaziös, aber es hat sich gelohnt. Das Haus ist wunderschön geworden". Mit diesen Worten weihte Manfred Klink am 1. Mai 2004 das Bettenhaus auf dem Einkorn ein. Klink war damals Vorstand der Naturfreunde Limpurger Land. Jetzt, fast auf den Tag genau fünf Jahre später, werden die letzten Scherben eines Fiaskos zusammengekehrt, das vor allem durch Miss-Management entstanden war - Sanierung und Umbau hatten 1,2 Millionen Euro verschlungen.

Geschnitten haben sich an diesen Scherben viele: Klink ist längst nicht mehr Vorstand des Vereins und sah sich zwischendurch mit einem Strafantrag konfrontiert. Die Naturfreunde kamen ins Gerede. Etliche Gläubiger, darunter die Stadt Hall, müssen auf viel Geld verzichten. Wenigstens der Einkorn als Ausflugsziel blieb unbeschadet - unter neuer Pächterschaft florieren inzwischen Gaststätte und Bettenhaus.

Es wird eine nüchterne Sitzung werden, wenn die Rechtspflegerin Christine Volz-Weber am Montag, 11. Mai, im Saal 4 des Heilbronner Insolvenzgerichts gemeinsam mit der Insolvenzverwalterin Undine Haller (beiden waren gestern telefonisch nicht zu erreichen) die so genannte Schlussrechnung erörtert.

Viel zu verteilen gibt es nicht. Abzüglich Gerichts- und Verwaltungskosten verfügen die Naturfreunde Limpurger Land noch über 15733,40 Euro. Das entspricht gerade mal 1,3 Prozent der Schulden, die sich auf 1,196 Millionen Euro belaufen. Allein die Stadt Hall hat durch Bürgschaften Außenstände von 869603,57 Euro.

Viel sehen wird sie davon nicht mehr, denn die Gläubiger werden nach dem Insolvenzrecht per Quote bedient. Demnach dürften höchstens 11436 Euro zurück in die städtische Kasse fließen. "Das wäre nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt Halls Pressesprecher Thomas Gerstenberg.

Klaus Auerbach, der die Naturfreunde nach dem Rücktritt Klinks im Jahr 2006 kommissarisch geleitet hat und momentan noch als zweiter Vorsitzender agiert, blickt mit zwiespältigen Gefühlen in Richtung Montag. "Es ist eine traurige Sache", sagt der Haller, "aber ich bin auch erleichtert". Leid tun ihm die vielen Menschen und Institutionen, die auf dem Einkorn "viel Geld" verloren haben.

Der Abschluss des Insolvenzverfahrens wird auch das endgültige Aus der Naturfreunde Limpurger Land bedeuten - "der Landesverband hat uns aufgegeben", sagt Auerbach, "wir existieren dann nicht mehr".

Holger Ströbel, Haller Tagblatt vom 06.05.2009

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