HS Tourismus Navigation

Newsbeitrag

Stolze Burg mit Schildmauer
13.08.2011
 
Abseits der großen Straßen am Bergsporn über der Brettach liegt Amlishagen

Die viel beschworene Zeitreise in die Vergangenheit ist in Amlishagen möglich: Das Dorf atmet eine Ruhe, die aus vergangenen Zeiten zu kommen scheint. Beherrschendes Bauwerk ist die Burg.

ELISABETH SCHWEIKERT

Zur Bild-Detailansicht...
Zur Bild-Detailansicht...
Die 20 Meter hohe Schildmauer wehrte die Burg gegen Angreifer ab, die vom Bergrücken nahen. Foto: Schweikert   

 
Gerabronn Unter den Bögen der Burgbrücke sitzt an Samstagen und Sonntagen Schlossherr Sven-Uwe Bürger und liest historische Fachliteratur. Dicke Schinken, in denen er akribisch Wissenswertes unterstreicht. Der Bund mit großen, rostigen Schlüsseln, die Zutritt zu den Burgräumen verheißen, liegt zwischen den Büchern wie auch die Zigarren-Kiste, in der er die zwei Euro, die er für den Eintritt berechnet, verstaut. Mit wenigen Sätzen beschreibt der Historiker, wie die Besucher am Sinnvollsten die Anlage erkunden können. Dann setzt er sich wieder an den Tisch und lässt die Besucher laufen.
 
Die in den 1980er Jahren konservierte und teilweise rekonstruierte Burg wirkt zunächst unnahbar und verwinkelt. Doch wer erst einmal im Innenhof ist, dem erschließt sich die Anlage. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert am Bergsporn oberhalb der Brettach gebaut. Die steile Klinge hielt talwärts mögliche Angreifer ab. Um potenzielle Eroberer bergseitig abzuwehren, wurde die 20 Meter hohe, 19 Meter lange und 2,5 Meter dicke Schildmauer gebaut. Oben in der Mauer ist ein Wehrgang. Er kann talseitig durch eine Türe erreicht werden, die in einigen Metern Höhe ins Nichts zu führen scheint sowie über eine Wendeltreppe in der Mauer.
 
Von den Herren, die einst die Burg gebaut haben, ist heute nur noch wenig die Rede. Die Phantasie beflügelt indes eine Frau, die dort gelebt hatte: Im 16. Jahrhundert heiratete Georg von Wollmershausen, seines Zeichens Rat und Truchsess im Gefolge des Kaiser Karls V. in Valencia, eine spanische Adelige und brachte sie nach Hohenlohe auf die Burg Amlishagen. Juana de Lodosa hieß die adelige Hofdame. Fritz Frank aus Oberweiler bei Gerabronn hat die Geschichte in seinem Roman "Die Spanierin und ihre Hohenloher" aufgegriffen. Ob sich die Frau aus den südlichen Gefilden im rauen Winter in Hohenlohe wohl gefühlt hat? Darüber ist nichts bekannt. Sven-Uwe Bürger berichtet, Georg von Wollmershausen sei wenige Jahre nach der Hochzeit gestorben. Die Witwe heiratete später einen Herrn von Absberg.
 
Ende des 18. Jahrhunderts gab die Herrschaft die Burg als Wohnsitz auf und bezog das Renaissance-Amtshaus als neues Schloss. Später wurde ein Teil der Burg abgebrochen. Mit dem Schutt wurden die tiefer gelegenen Zwingerbereiche aufgefüllt.
 
Ab 1984 wurde in fast achtjähriger Arbeit die Burg Amlishagen saniert. Die Fundstücke, die ausgegraben wurden (vergoldete Ofenkacheln, Taschensonnenuhren, Elfenbeinkämme), lassen für die Zeit des 16. Jahrhunderts darauf schließen, dass die Herren von Wolmershausen recht wohlhabend waren.

Führungen auf Anfrage

Öffnungszeiten Die Burg Amlishagen ist zwischen Ostern und Ende Oktober geöffnet. Samstags können Besucher zwischen 10 und 14 Uhr das Gelände besichtigen, sonntags zwischen 14 und 18 Uhr. Fachkundige Führungen mit Sven-Uwe Bürger können vereinbart werden unter Telefon (07952)6141.
 
Einkehren Zwei Gasthäuser bewirten in Amlishagen, der Hirsch und die Krone. Die Lauramühle in Rot am See-Beimbach, serviert zwischen Freitag und Sonntag kleine Gerichte (Auskünfte unter Telefon 07952 5986). In der Gaststätte Brettachstube im Brettachtal hat Roselinde Ziegler sonntags geöffnet. Weitere zahlreiche Einkehrmöglichkeiten bietet Langenburg. Dort können Schloss und Automobilmuseum besichtigt werden.
 

Ein Artikel aus dem Haller Tagblatt.

[ Zur Newsübersicht]

 

Diese Website wurde durch bobcom Schwäbisch Hall erstellt.