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"Ein kleines kuscheliges Musikfestival in einem kleinen Nest" nennt es der Veranstalter. Zum dritten Mal steigt am Wochenende in Hochbronn das Nestival. 500 Besucher kommen, um die Bands anzuhören.
Was macht den Reiz aus, auf solch ein kleines Festival zu gehen, noch dazu auf eines, das so versteckt irgendwo im Nirgendwo stattfindet? "Nicht im Nirgendwo", protestiert Oliver Riek vom Verein Konzertkultur. "Wir liegen zentral etwa gleich weit weg von den größten Orten der Region." Nach Aalen, Crailsheim oder Hall seien es jeweils 30 Kilometer.
Idylle pur. Eine Obstwiese am Rand des 30-Einwohner-Weilers Hochbronn, zwischen der Werkhalle einer Zimmerei und einem kleinen Wäldchen steht die Bühne. Vor dieser stehen Tischchen, daneben ist das Zelt mit Bar und Essenausgabe, etwas unterhalb hängen zwei Kinderschaukeln unter Bäumen. Noch etwas weiter steht ein Sofa mitten auf der Wiese mit einer aufgespannten Plane darüber: das Chillout-Zelt für später. Wegen der tollen Atmosphäre ist auch Sanne Mayer aus Aalen hergekommen. "Auf solch kleinen Festivals", so Kai Diekhan, mit dem Sanne an einem der weißen Tischchen steht, "da entdeckt man oft Besseres als auf den großen Veranstaltungen, wo viele Bands nur ihre Top Ten rauf und runter spielen."
Ein handverlesenes Angebot, davon hatte Hauptorganisator Marcel Riek in seiner Ankündigung geschrieben. Rund 500 Arbeitsstunden habe er von seinem derzeitigen Wohnsitz im spanischen Barcelona aus seit dem Frühjahr geleistet, etwa um die Bands zu verpflichten. Den Auftakt machten die Lokalmatadoren von "Motown Circus" aus Ellwangen mit ihren Songs im Stile von "Mando Diao" oder "Wolfmother". Beeindruckende Spannungsbögen der Rockmusik zeigten die sechs Musiker der Band "Fugitive Dancer" aus Schwäbisch Hall/Augsburg/Neu-Ulm auf, die erst vor Kurzem ihr Debut-Album herausbrachten. Mal gedankenversunken melancholisch, mal aufbrausend präsentierten sie ihre intensiven Melodien.
Ehrlich, erdig handgemacht und vor allem mit eigener Ausdrucksweise war die Musik von "El Capitano" aus Schwäbisch Hall. Mit vielen eigenen Stücken begeisterten sie die Zuhörer. Temperamentvolle vier Einheizer waren "The Space Rangers" aus Ulm, die fast schon qualmende Gitarren in den Händen hielten. Als Höhepunkt zauberten die Headliner des Abends, die drei Schweizer Musiker von "Lick 75" eine begeisternde und stilechte Rockn Roll und Rockabilly-Show auf die kleine Bühne.
Die fünf Bands unterhielten die begeistert mitmachenden Besucher mit einer ungewöhnlichen Bandbreite von Livemusik, bei der alles dabei war. Surf, Rock, Blues, Indie und Rockabilly. Ausflüge in die Bereiche Reggae, Soul, Funk und Pop rundeten das Ganze ab und machten den lauen Sommerabend zu einem musikalisch hochwertigen Abend, bei dem es auch organisatorisch an nichts fehlte.
Ernst-Walter Hug, Wolfgang Fath; Gaildorfer Rundschau vom 23.08.2011 |