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Newsbeitrag

Luftbilder offenbaren Grundmauern des Klosters Anhausen
25.08.2011
 

Geheimnisvoll steht die "Anhäuser Mauer" bei Gröningen allein auf weiter Flur - letzter Rest eines Klosters, das vor über 450 Jahren aufgelöst wurde. Nur aus der Luft sind noch Fundamente zu erkennen.

In den letzten Jahren überflog Peer Hahn, HT-Fotograf und leidenschaftlicher Pilot, immer wieder mal die "Anhäuser Mauer" - auf der "Jagd" nach einem ganz bestimmten Bild, das sich nur dann offenbart, wenn Vegetation, Jahreszeit und Sonnenstand passen.

Jetzt ist ihm der lange ersehnte "Schuss" mit der Kamera gelungen: Sein Luftbild zeigt mit ungewöhnlicher Deutlichkeit einige Grundmauern der Klosteranlage. Dabei dürfte es sich um die Fundamente des Konventshauses, der Wohnung des Priors und um weitere Wirtschaftsgebäude handeln.

Das Kloster Anhausen geht auf eine anno 1344 erstmals erwähnte Marienkapelle zurück, wo anfangs nur ein Einsiedler hauste. 140 Jahre später zogen Pauliner-Eremiten in das neu erbaute Kloster - geschäftstüchtige Mönche, die im Laufe der Jahrzehnte jede Menge Grundbesitz und sonstige Reichtümer zusammenrafften. Die geistlichen Herren fassten ihre "Untertanen" nicht gerade mit Samthandschuhen an - was den Mönchen in ihren hellbraunen Kutten den verächtlichen Spitznamen "Ratten" einbrachte.

Die Wut auf die klösterlichen Ausbeuter eskalierte anno 1525 im Bauernkrieg: Marodierende Banden aus vielen umliegenden Dörfern plünderten in dem Kloster alles, was nicht niet- und nagelfest war. Nur wenige Jahrzehnte später war es dann vorbei mit dem angenehmen Klosterleben: Die Ansbacher Markgrafen als Landesherren verboten 1528 nach der Reformation die Aufnahme von Novizen.

Nach dem Tod des letzten Priors Leonhard Löß wurde Anhausen im Jahr 1557 endgültig aufgelöst, in einen Pachthof umgewandelt und nach dem Dreißigjährigen Krieg an Privatleute verkauft - was den Verfall der Anlage allerdings nicht aufhalten konnte: Ab dem Jahr 1700 diente Anhausen nur noch als Steinbruch - auch für die Erweiterung des Kirchberger Schlosses.

Das Zerstörungswerk überlebte nur die nördliche Seitenwand eines gotischen Chores, der zur "Crailsheimer Kapelle" des Klosters gehörte. Seit 1925 schützt ein Dach fünf Grabdenkmäler von Angehörigen der adeligen Familie Bebenburg - offenbar scheute man wohl aus religiösen Gründen davor zurück, auch diese steinernen Zeugnisse zu schleifen.

Harald Zigan; Hohenloher Tagblatt vom 25.08.2011

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