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Newsbeitrag

Das "Hohenlohe" wird größer
17.11.2006
 

INVESTITION / Zwölf neue Komfort-Zimmer entstehen, 25 bestehende Räume werden erweitert

Hotel wird fit für den Wettbewerb um Privatgäste und Geschäftsreisende gemacht

SCHWÄBISCH HALL Wie sich die Zeiten ändern: "Vor 30 Jahren hat man in den Hotels ein Zimmer gehabt, die Toilette und die Dusche waren auf dem Flur", sagt Hotelier Marcus Dürr. Heute müsse man für anspruchsvolle Feriengäste und Geschäftsreisende mehr bieten, damit man sie gerade in sein Hotel lockt. Zimmer der Kategorie "Superior" verfügen über eine Badewanne, eine separate Duschkabine und eine abgetrennte Toilette. Eine Klimaanlage sorgt für die perfekte Temperatur und ein Hochgeschwindigkeits-Internetzugang für den schnellen Anschluss zur virtuellen Welt. Zwölf dieser Komfort-Zimmer entstehen im Anbau des Hotels Hohenlohe.

Dabei wird die jetzige "Nase" des Gebäudes, die in Richtung Henkersbrücke zeigt, acht Meter nach vorne gezogen. Zudem werden 25 vorhandene Zimmer renoviert und erweitert. Das Hotel reicht dann bis fast an den Fußweg, der am Kocher entlang führt. Der Verlauf des Wegs wird dabei aber nicht verändert. Zurzeit sind schon die Bagger am Werk. Da der Untergrund lockeres Schwemmland ist, muss eine Spezialfirma aus München 48 Pfähle 20 Meter tief in die Erde bohren. Bis Weihnachten sollen die Spezialbagger wieder weggerattert sein, um die Festgäste nicht zu stören. Drei Etagen mit Zimmern und eine Etage mit einer Terrasse werden bis zum Sommer 2007 entstehen. Bei den Arbeiten für den Bau, der von Architekt Reiner Otterbach aus Vellberg konzipiert wurde, wird darauf geachtet, Hotelgäste und Anwohner möglichst wenig Lärm auszusetzen.

Vom Anbau profitiert auch die Raumeinteilung im Innern. Die jetzige Terrasse wird Hotellobby und das Restaurant wandert einige Meter in Richtung Kocher. Warum muss das Hotel Hohenlohe überhaupt 2 bis 2,5 Millionen Euro investieren - 13000 Euro davon kommen aus Fördermitteln des Entwicklungsprogramms ländlicher Raum? "Nach ein paar Jahren der Stagnation zeigte sich, dass die Investitionen der letzten Jahre Wirkung zeigen", sagt Marcus Dürr. Damals wurde der Weilerflügel gebaut, Tagungsräume eingerichtet und eine Hotel-Bar eröffnet. "Die Gesamtqualität des Hauses hat sich erhöht, das hat einen Push gegeben." Jetzt gehe es darum, den letzen Teil des "Masterplans", der schon im Jahr 1980 ins Leben gerufen wurde, umzusetzen. "Bei unserer Größe sind zum einen Geschäftskunden wichtig", erläutert Dürr.

Im internationalen Bereich gebe es Geschäftsreisende, denen ein gutes Zimmer auch etwas wert sei. Bei der Entscheidung, ob sie 60, 80 oder 120 Euro für eine Übernachtung ausgeben, würden einige sich häufig für das komfortablere und teurere Angebot entscheiden. Zum anderen geht es um Privatreisende: "Freilichtspiele, Kunsthalle, eine attraktive Stadt, das Solebad, der Kocher-Jagst-Radweg - ein Mix aus allen Attraktionen ist wichtig", sagt Dürr über die Wünsche der Gäste. Und wichtig sei eben auch ein attraktives Hotel. Über 24 Pauschalangebote bieten Dürr und sein Team an. Von Wellness bis Silvesterprogramm ist alles dabei. "Das, was wir jetzt an Komfort bieten, reicht zurzeit noch aus. Aber: Die Qualität wird schleichend schlechter", sagt Dürr. Stillstand bedeutet Rückschritt. "Das ist wie in der Küche: Man kann nicht 20 Jahre lang immer nur Bratwurst mit Kartoffelsalat verkaufen." Zudem sei auch in der Region ein gewisser Marktdruck zu spüren. So investiert allein schon der Würth-Konzern in Waldenburg und im Schloss Friedrichsruhe in moderne, attraktive Hotels. Daher will sich Dürr fit machen für den Wettbewerb der nächsten Jahre.

Haller Tagblatt 17.11.2006, 7:30 Uhr, TOBIAS WÜRTH

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