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Newsbeitrag

Mehr Übernachtungen denn je
23.02.2012
 
Haller Hotelbranche profitiert von Konjunktur, aber: Auslastung unter Landesschnitt

197156 Übernachtungen zählt das Statistische Landesamt in Hall für 2011 - so viele wie nie. Die Hoteliers sind mit dem Ergebnis zufrieden. Wichtig sind der Branche aber andere Kennzahlen - vor allem die Auslastung.
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Frisch aufgeschüttelt: Tanja Mehler (19) aus Hall arbeitet als Hotelfachfrau in der Hessentaler Krone. Das traditionsreiche Haus ist mit dem Geschäftsjahr 2011 zufrieden - vor allem die Zahl der Tagungen hat zugenommen. Foto: Weigert 
3,8 Prozent plus bei den Übernachtungen, 4,6 Prozent plus bei den Gästen, 2 Prozent plus bei den ausländischen Besuchern, 4 Prozent plus bei der Auslastung: Der Trend bei der Haller Gastronomie ist, vergleicht man 2011 mit 2010, eindeutig positiv. Und das "trotz des eher durchwachsenen Wetters im Frühsommer", jubelt Franziska Hornung von der städtischen Touristik- und Marketingabteilung. Besonders gut seien die Monate Juni, Juli und August gelaufen - "sicherlich zum Teil auch" wegen der Freilichtspiele und der Niki-de-Saint-Phalle-Ausstellung in der Kunsthalle Würth, heißt es in einer Pressemitteilung.

Doch der Anteil von Touristen unter den Hotelgästen ist und bleibt gering. "Rund 90 Prozent sind Business- und Geschäftsreisende", schätzt Roswitha Gronemann, Kreisvorsitzende des lokalen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Bei Privatkunden versuchen die Hoteliers daneben vor allem mit Pauschalangeboten oder Kurzurlauben zu punkten. Aber weil in der Branche vor allem langfristige und überregionale Trends wirken, ist die Einflussnahme begrenzt. So sank die Zahl der Hotelgäste im Finanzkrisenjahr 2009 auf 81292, hat in 2011, bei boomender Wirtschaft, mit 92545 aber fast wieder die Rekordzahl von 2007 (93678) erreicht.

Für die Hoteliers selbst sind vor allem die Auslastungszahlen wichtig. Die sind in Schwäbisch Hall mit aktuell 33,7 Prozent geringer als im Landesschnitt (34,8), das Jahr sei aber "ganz ordentlich" gelaufen, sagt Volker Dürr vom Hotel Hohenlohe. Auch im größten Haus am Platz registriert man, dass die Zahl der Geschäftsreisenden und Tagungen anzieht. Ganz ähnlich ist es im Ringhotel Krone in Hessental, wie Mareike Pfisterer bestätigt.

Die Haller Hoteliers profitieren von den guten Geschäften in der Region gleich doppelt. Denn auch viele Firmen aus dem Umland buchen für ihre Kunden und Geschäftspartner Hotels in der Stadt. "Das haben mir viele Besucher des Weltmarktführerkongresses bestätigt", sagt Halls Bürgermeisterin Bettina Wilhelm, "man kommt aus der Region gerne nach Hall". Der mögliche Grund: die besseren Freizeitmöglichkeiten. "Hier ist es abends eben attraktiver als in Crailsheim oder Künzelsau", sagt Volker Dürr.

Den Eindruck bestätigt die Statistik. In Hall verzeichnet man fünf Mal mehr Übernachtungen als in Crailsheim und gar 16 mal mehr Übernachtungen als in Künzelsau.

Roswitha Gronemann, die für die Dehoga den Markt im gesamten Landkreis beobachtet, sieht die Entwicklung denn auch zwiespältig. Man liege insgesamt unter dem Landesschnitt, in den Dörfern gehe das Sterben der traditionellen Landgasthöfe weiter, nur im städtischen Bereich zeige der Pfeil nach oben - in Hall immerhin so steil, dass noch im Sommer 2012 ein weiteres Hotel seine Pforten öffnet. Smartino heißt es und soll an der Dolanallee im Solpark entstehen.

Weiteres Wachstum erwarten die Experten allerdings nicht. "Auch im Hotel- und Gaststättenmarkt herrscht Verdrängungswettbewerb", sagt Roswitha Gronemann.

Holger Ströbel; Haller Tagblatt vom 23.02.2012

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