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Newsbeitrag

Das wird eine teuflische Spielzeit
04.06.2012
 
Theaterfrühschoppen der Freilichtspiele in der Haalhalle so gut besucht wie noch nie

Der Teufel in "Faust", der Teufel in "Black Rider", übertragen im "Tapferen Schneiderlein", auch in "Ende vom Anfang" sowie in "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung": So teuflisch waren die Freilichtspiele nie.
 
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Unglaublich, was die Geschwister Laura und Lisa Quarg können: Mit Stöcken zeigen sie in der Haalhalle einen atemberaubenden Kampf. Sie haben Bühnentanz und Mime studiert. Weitere Bilder auf www.hallertagblatt.de Fotos: Weigert  Mephisto Vilmar Bieri beim Faust-Prolog, hinten steht Intendant Biermeier. 

Alle Tische und Bänke in der Haalhalle sind restlos besetzt, zusätzliche Stühle werden herbeigeschleppt. Auch auf der zum ersten Mal genutzten Empore ist kein freier Platz mehr. "Bei 160 verkauften Tickets habe ich nicht mehr gezählt. So viele Gäste waren noch nie beim Theaterfrühstück", sagt Alexander Schmid, Leiter des künstlerischen Betriebsbüros.
 
Fünf Teufel treten in den Stücken auf - das muss es eine teuflisch gute Spielzeit werden. Die Kostproben, die die Schauspieler geben, machen Lust auf mehr. Viel mehr.
 
Fulminant der Auftritt von Laura und Lisa Quarg: Bei ihrem minutenlangen Stockkampf stockt den Zuschauern der Atem. Das ist Kampfkunst, wie sie chinesische Mönche beherrschen. Im Familienstück "Das tapfere Schneiderlein" im Globe-Theater spielen die Zwillinge alle Rollen. Intendant Christoph Biermeier schildert den aktuellen Hintergrund. Das Schneiderlein sitzt im Keller und näht für Prinz Protz - wie die Kinder in Bangladesh für Textilkonzerne.
 
Biermeier schwärmt vom Können seiner Schauspieler. Nach fünf Wochen Proben zeige sich ein ganz tolles Ensemble. Es verfüge über eine klassische Ausbildung, gepaart mit Talent. "Es ist eine Freude, zuzugucken", sagt Biermeier.
 
Nicht nur ihm gefallen die Einlagen: Das Publikum bejubelt die Auftritte von Vilmar Bieri (Mephisto in "Faust", "Sugar"), Lana Gordon ("Summer of Love", "Faust"), Elmira Bahrami (Gretchen in "Faust"), Melanie Rainer und Lemuel Pitts ("Summer of Love"), die theaterpädagogisch-kabarettistische Einlage von Andreas Entner, den ironischen Nonsens-Song von Nils Buchholz und vieles andere. Einen kurzen wie einprägsamen Auftritt hat Melanie Starkl. Sie spielt die Marilyn in dem Musical "Sugar" und gibt den berühmten Song "I wanna be loved by you" zum Besten - so erotisch wie komisch.
 
Faust-Experte Andreas Sindermann stellt das Publikum zwischendurch auf die Probe: Seine kurzen Textvorgaben werden prompt ergänzt. Die Zuschauer kennen ihren Goethe. Das musste auch Treppennovize Henning Bormann (Faust) erfahren, wie Biermeier berichtete. Bei einer Probe hatte sich Bormann im Text vertan. Einer Gruppe, die aus dem Goldenen Adler auf den Markplatz kam, ist dies sofort aufgefallen. Die Schauspieler müssen in Hall eben nicht nur der Treppe Respekt zollen. http://www.freilichtspiele-hall.de

Jochen Korte; Haller Tagblatt vom 04.09.2012

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