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Newsbeitrag

"Einen gscheiten Käse gabs nicht"
14.03.2008
 
Dorfkäserei Geifertshofen feiert im Sommer das Zehnjährige - Ausbau geplant

Vom Verkäufer auf dem Haller Wochenmarkt zum Inhaber einer Dorfkäserei. Man muss nicht nach Amerika fahren, um Erfolgsgeschichten zu hören.
 
Bühlerzell Vor 15 Jahren fings an: Margarete Schmidt und Hubert Wall boten auf dem Haller Wochenmarkt Biokäse an. Das sprach sich schnell herum, denn es war eine Zeit, "in der es keinen gscheiten Käse gab", berichtet Hubert Wall, der zusammen mit Margarete Schmidt und Christof Bayer die Geschäfte der Dorfkäserei Geifertshofen führt. Innerhalb kurzer Zeit belieferten sie 28 Wochenmärkte und zahlreiche Hofläden. Eine Aufgabe, die den beiden Freude machte. Doch etwas fehlte.
 
Als 1997 die Hohenloher Molkerei in Hall ihre Biolinie aufgab, kamen Schmidt und Wall auf die Idee: Warum nur verkaufen? Sie wollten selbst Spitzenkäse herstellen. Sie nahmen acht Bio-Bauern unter Vertrag, investierten vier Millionen Mark und bauten die Käserei auf. "Die ersten zwei Jahre waren schwierig", blickt Hubert Wall zurück, "wir waren ja absolute Laien". Der zweite Käsermeister aus der Schweiz brachte den Durchbruch. Seitdem wächst die Käserei jährlich zwischen fünf und zehn Prozent.
 
Weil der Platz knapp wurde, hat die Käserei den Versand und einen Teil der Reifekeller nach Bühlertann ausgelagert. Jetzt trägt sich das Führungstrio mit dem Gedanken, am Ortsrand von Geifertshofen einen Reifekeller zu bauen. Doch dies werde erst mittelfristig umgesetzt.
 
Konkret sind indes die Pläne, den Milchauszahlungspreis von der Marktentwicklung abzukoppeln: Den Bauern soll ein Preis gezahlt werden, der sich an den Kosten orientiert. Im Werden sind die Pläne für ein Fest zum Zehnjährigen: Im Juni oder Oktober soll es sein.
 

Ein Artikel aus dem Haller Tagblatt von ELISABETH SCHWEIKERT.


Bestseller ist der
Winzerkäse

In Geifertshofen wurden 2007 rund 1,8 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet. Zum Vergleich: Die Hohenloher Molkerei Schwäbisch Hall verarbeitet jährlich rund 330 Millionen Kilogramm Milch.
 
Die Dorfkäserei verarbeitet ausschließlich Biomilch. Sie bezieht sie von 13 Bauern aus dem Kreis Schwäbisch Hall sowie aus dem Allgäu. Die Jahresproduktion beträgt rund 190000 Kilogramm Käse.
 
Maximal 9000 Liter Milch kann die Käserei pro Tag verarbeiten. Aus der Milch, Lab und Milchkulturen stellt sie zehn Käsesorten her. Ganz neu ist der Schwarzbierkäse. Bestseller ist der ehemalige Winzerkäse, den die Käserei inzwischen in Weinbauerkäse umtaufen musste, weil der Name geschützt ist. Die Käserei beliefert rund 400 Kunden im Groß- und Einzelhandel.

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