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Limes

Weltkulturerbe Limes im Mainhardter Wald

Seit der Limes zum Weltkulturerbe „aufgestiegen“ ist, nimmt das Interesse an dem römischen Grenzwall ständig zu. Wie Sie die Zeit der römischen Legionäre 150 Jahre vor Christus im Mainhardter Wald erleben können, beschreibt Ihnen am besten dieser Bericht aus dem Haller Tagblatt:

Limes-Führer Klaus Happel marschiert stramm voraus. 29 Kinder aus der 6b der Realschule Schenkensee folgen dicht dahinter. Heute ist für sie ein besonderer Tag: Die Kinder dürfen, wie einst die römischen Legionäre, durch die Wildnis vom Mainhardter Wald streifen. Ein tolles Erlebnis! Den ersten Halt macht Klaus Happel am Mainhardter Römermuseum. Wie lebten die Legionäre 150 Jahre vor Christus? "Die Römer waren sehr mächtig, hatten aber schlechte Erfahrungen mit den Germanen gemacht", sagt der Experte. Das sei auch der Grund, wieso die Legionäre die 550 Kilometer lange Grenzlinie zwischen dem römischen Imperium und den Germanen gebaut hätten. Heute durchzieht der Limes die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg.

Dann geht es weiter – gewiss nicht die volle Route, entlang am Limes. Von Mainhardt bis nach Grab. Vier Stunden hat Happel eingeplant. „Man kann auch mehrere Tage am Limes entlang wandern. Es gibt wunderschöne Wege und Rastplätze“, schwärmt der staatlich geprüfte Limes-Führer, auch Cicerone genannt.

Er wandert hier zum ersten Mal mit Kindern. „Ich hätte nicht gedacht, dass es mit den Schülern so viel Spaß macht. Sie sind wild und wissensdurstig.“ Der Diplomkaufmann ist Vorstand beim Fremdenverkehrsverein Mainhardt und hat die römische Geschichte als Hobby entdeckt.

Der zweite Zwischenstopp ist an der Helmut-Rau-Schule. Die Mauer, die mitten aus dem Pausenhof ragt, wurde erst kürzlich mit dem Limes von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Sie ist in der Region eines der letzten Überbleibsel des einstigen Grenzwalls. Nach einem kurzen Stopp geht's im strammen Schritttempo an der Limes-Straße entlang bis zum Fuxi-Pfad. Dort sind der „Klangstein“ und ein „Summstein“ zu finden. „Dies hat alles nicht viel mit den Römern zu tun. Es dient als Touristenattraktion“, erklärt Happel. Den Kindern gefällt es.

Am Rastplatz „Henkersmühle“ packt der Cicerone Poster aus. Legionäre, Imperatoren, Senatoren und „einfache“ Menschen sind darauf abgebildet. So sehen die Kinder, was die Menschen damals getragen haben. Happel lässt sie anschließend mit der „Groma“ auf römische Weise messen. Obwohl das Gerät ungenau ist, schafften es die Römer, den Limes fast schnurgerade durch Wald und Feld zu bauen. Nach diesem Highlight erreicht die Gruppe das Ziel bei Grab: Einen originalgetreu nachgebauten Wachturm. Die Kinder nutzen die Gelegenheit und spielen „Römer und Germanen“.
Erschöpft und vieler Erfahrungen reicher steigt die Klasse 6b dann am Mittag in den Reisebus, der sie wieder nach Hause bringt. „Den Weg noch mal zurück zu gehen, wäre dann doch zu anstrengend für die Kinder“, erklärt Religionslehrerin Stefanie Kurz.

Der Limes

Der Begriff Limes kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Grenzweg, Grenze oder Grenzwall. Der Limes wurde in der römischen Kaiserzeit gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Christi errichtet und ist eine militärisch gesicherte Grenzanlage des römischen Imperiums. Der Limes ist das größte archäologische Kulturdenkmal Europas. Mit 550 Kilometern Länge, 900 Wachposten sowie 120 Kastellplätzen (Kasernen der Römer) bildet der äußere obergermanisch-rätische Limes eines der eindrucksvollsten Denkmäler Mitteleuropas. Er bestand rund 175 Jahre.

Limeskarte zum Download

Infos zu der Führung gibt es telefonisch beim Bürgermeisteramt Mainhardt, Telefon: 07903  915 031 und beim Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus e.V., Telefon: 0791 755 7444.
Weitere Infos und Prospekte auch auf www.limeslehrpfad.de.



Eine kleine Limesgeschichte von Jakob W. Stadel.

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